Einblicke ins Tunnelsystem des IS in Shingal

Die Stadt Shingal (Sinjar) im Nordirak war während über einem Jahr in der Hand des IS und konnte im November 2015 von diversen Parteien unter Führung der kurdischen Peshmerga zurückerobert werden. Die Zerstörung in der Stadt ist massiv. In den Häuserruinen liegen Tote, hinterlistig platzierte Sprengfallen und nicht detonierte Fliegerbomben. Unter der Stadt hat der IS mehrere Tunnel gegraben, um sich ungesehen fortbewegen zu können. Ein paar wenige Kilometer ausserhalb der Stadt verläuft die Frontlinie. Regelmässig werden dort die kurdischen Peshmerga-Soldaten von Mörsern und Selbstmordattentätern in gepanzerten und mit Sprengstoff beladenen Fahrzeugen attackiert. Besonders bei schlechtem Wetter, wenn die Luftunterstützung durch den Westen aus Sichtmangel nicht lückenlos vorhanden ist, steigt die Gefahr von Angriffen. Von mehreren tausend Einwohnern der Stadt (vorwiegend Jesiden) fehlt jegliche Spur. Ein kürzlich neu entdecktes Massengrab am Stadtrand lässt Schlimmstes erahnen.

Da der IS sich in und um Mosul verschanzt hat muss diese Gegend grossräumig umfahren werden und so dauert der Weg von der Kurden Hauptstadt Erbil nach Shingal gut sechs Stunden und beinhaltet diverse Checkpoints.